Die Falschheit der Fortpflanzung

Die Begriffe Erbinformation, Fortpflanzung und Vererbung gründen sich auf die Vorstellung, dass die Gene in grundsätzlicher Weise weitergegeben werden. Aufgrund dessen wird schon von der Weitergabe der Gene gesprochen, wenn sich eine Zelle teilt.

Die einzige Ausnahme zur Zellteilung ist die pro nachwachsendem Organismus einmalige Vereinigung von Eizelle und Spermium. Würde man nur bei dieser Vereinigung von der Weitergabe der Gene sprechen, was das Spermium ja auch tatsächlich tut, dann würde sofort auffallen, dass die Eizelle dieses eben nicht tut.

Das Weitergeben der Gene bei einer Zellteilung, bei der allerdings alle Zellbestandteile weitergegeben werden und dies in Form einer Teilung ist etwas völlig anderes, als das Weitergeben der Gene seitens des Spermiums an die Eizelle, wenn sich Eizelle und Spermium verbinden.

Es gibt nur Zellteilungen und die einmaligen Vereinigungen von Eizelle und Spermium. Es ist also äußerst einfach heraus zu finden, ob die Gene in grundsätzlicher Weise weitergegeben werden oder ob dies nur behauptet wird, weil ansonsten die Begriffe Erbinformation, Fortpflanzung und Vererbung hinfällig sind und somit der Nachwuchs nicht durch eine Fortpflanzung ins Leben gerufen wird.

Vererbung

Die körperlichen Merkmale eines Organismus werden vom Genom hervorgerufen, welches schon da war, ehe sich die körperlichen Merkmale überhaupt erst bildeten.

Dieses genetische Material wird bei der Fortpflanzung weitergegeben, was bedeutet, dass die körperlichen Merkmale des sich fortpflanzenden Organismus schlicht und ergreifend irrelevant sind und keine Rolle spielen. Denn diese werden nicht fortgepflanzt.

Information

Die Gene sind die einzige informationstragende Einheit des Lebens und sie codieren Moleküle, die in und von einer Zelle hergestellt werden. Mittels der Epigenetik differenzieren sich die Zellen zu über zweihundert Zelltypen, aus deren Zusammenwirken die körperlichen Merkmale entstehen.

Die körperlichen Merkmale eines Organismus werden auf die in ihm befindlichen Gene zurückgeführt und nicht darauf, dass diese Gene von seinen Eltern übertragen worden sind.

Die aktuell stattfindenden Wirkungen des Genoms im Organismus sind keine Vererbungswirkungen.

Die androzentrische Mythologie

Die geschlechtliche Fortpflanzung wird über zwei Keimzellen, Eizelle und Spermium abgewickelt. Ihre Vereinigung zu einer Zelle ist die geschlechtliche Fortpflanzung, bei der ein neuer Organismus gezeugt wird. 

Bei dieser einmaligen Aktion von zwei einzelnen Zellen spricht man jedoch von den Organismen, dass diese sich fortpflanzen und dem Nachwuchs ihre körperlichen Merkmale vererben, was nicht als widersprüchlich empfunden und auch nicht erklärt wird.

Das Spermium wird als Same bezeichnet und befruchtet die Eizelle. Der Mann zeugt das Kind und schwängert die Frau. Auch dies wird nicht als Widerspruch empfunden, obwohl es trotz der Vorgabe der geschlechtlichen Fortpflanzung einseitig auf den Mann bezogen wird.

Das Spermium gibt seine Gene an eine andere Zelle eines anderen Organismus weiter, während die Eizelle ihre Gene behält. Hier sieht man, dass eine Fortpflanzung stattfindet. Nur ist diese eben nicht geschlechtlich.